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Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland – kurze Inhaltsangabe

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland - kurze Inhaltsangabe

Die Geschichte des Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland wird von Fontane erzählt. Der gutmütige Mann verschenkt die Birnen aus seinem Garten an vorbeilaufende Kinder. Er spricht sie dabei in märkischem Platt an. Einer seiner Sätze ist „Lütt Dirn, kumm man röwer, ick hebb ne Birn“. Der Sohn von Ribbeck ist allerdings ein sehr geiziger Mensch. Dies weiß der alte Ribbeck und wünscht sich, nachdem er fühlt, dass sein Leben nun bald vorbei ist, dass ihm eine Birne mit ins Grab gelegt wird. Nach einiger Zeit nach seiner Beerdigung sprießt heraus ein neuer Birnbaum, an dem sich alle Kinder weiterhin bedienen können, auch wenn sein Garten mit dem Birnenbaum seit seinem Tod unter Verschluss gehalten wird.

Der Hintergrund der Geschichte

Als reales Vorbild nahm Fontane Hans Georg von Ribbeck, dieser lebte von 1689 bis 1759. Die Geschichte erschien das erste Mal im Jahre 1887 in dem Sammelwerk des Karl Eduard Haases und wurde unter anderem auch 1889 in der brandenburgischen Wochenschrift namens Der Bär gedruckt.

Tatsächlich wuchs aus der Gruft der Ribbecks ein Birnbaum, bis dieser im Jahre 1911 durch einen Sturm umgeworfen wurde. Der übrig gebliebene Stumpf wird auch heute noch in der Dorfkirche von Ribbeck aufgehoben. Man versuchte 1970 solch einen Baum nachzupflanzen, allerdings mit wenig Erfolg. Einen weiteren Versuch gab es dann im April 2000, Fontane erwähnte ein Doppeldachhaus, dies existierte allerdings zu Zeiten von Hans Georg von Ribbeck noch nicht.
Mindestens in noch einem anderen Gedicht waren der Birnenbaum und der alte Ribbeck schon einmal von Fontane erwähnt worden.

Wie wurde das Gedicht gestaltet?

Die Ballade hat vier Strophen und jede Strophe besteht aus zehn Versen, außer die zweite Strophe, diese hat zwölf Verse. Die überzähligen Verse bilden allerdings exakt die Mitte, sodass das Gedicht symmetrisch angelegt ist. Anhand des Reims und dem Versmaß erkennt man, dass es ein Knittelvers ist, jeder Vers besteht zudem aus vier Hebungen und freien Senkungsfüllungen.

Daran lässt sich gut erkennen, dass es pro Vers einheitlich nur vier betonte Silben gibt. Vor der ersten Hebung und dem Raum dazwischen wird mit maximal zwei unbetonten Silben der freie Raum gefüllt. Da es keine Senkung vor der ersten Hebung geben kann, beginnt der Vers somit mit einer betonten Silbe.

Der Reim selbst ist ein Paarreim. Der Knittelvers ist in locker geführter Form geschrieben und eignet sich dadurch besonders gut für Erzählgedichte. Seit dem Mittelalter ist dies gerade für volkstümliche Gedichte eine beliebte Form.

Im Vergleich zur lockeren Gestaltung der Verse ist die Kadenzbildung sehr streng. Jeder Vers muss in männlicher Form enden, das heißt, die Silbe muss betont sein. Allein dadurch können im Schnitt für die Gestaltung über die Hälfte der deutschen Wörter ausgeschlossen werden. Fontane schafft es, die Verse hinsichtlich der Kadenz und dem Versmaß in eine Balance zu bringen. Diese Form ist typisch für die Kunstballade und macht den Unterschied zur Volksballade.

Der Inhalt

Inhaltlich befassen sich alle Strophen um den Birnbaum und den alten Ribbeck, der seine Früchte gerne den Kindern schenkt. In den ersten beiden Strophen zeigt die Ballade einen fallenden Handlungsverlauf, da der alte Ribbeck leider verstirbt und somit zuerst das Verschenkten der Birnen an die Kinder aufhört.

Im ersten Teil erkennt man deutlich die Klage der Kinder in den Schlussversen der Strophe zwei, die dank ihrer Überzähligkeit exakt die Mitte des Gedichtes formen. Die Handlung selbst steigt wieder in den letzten beiden Strophen an, bis die Kinder wieder zufrieden sind und für Sie der alte Zustand wiederhergestellt wurde. Sie erhalten ab dem Moment wieder Ihre Birnen, allerdings von dem Baum, der auf dem Grab des alten Ribbecks gewachsen ist. Auch hier lässt sich an den letzten beiden Versen wieder eine Form von Resümee erkennen. Dadurch findet sich die Ballade in einer Einrahmung und Symmetrie wieder, die sich in der Wortwahl des ersten und letzten Verses gut erkennen lässt.

Wie ein roter Faden ziehen sich die ähnlichen Formulierungen und Wendungen durch das Gedicht und halten es somit zusammen. Fontane schafft es dadurch, den Ton der volkstümlichen Balladen zu imitieren und zeigt dank des Variationsprinzips eine meisterliche Behandlung von Bausteinen, mit denen er es schafft, das Gedicht zu komponieren.

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