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Rico Oskar und die Tieferschatten – kurze Inhaltsangabe/Zusammenfassung

Rico Oskar und die Tieferschatten

Der Kinder- und Jugendroman „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ von Andreas Steinhöfel ist 2008 erschienen. Er ist ein bekannter deutscher Kinderkrimi und spielt im Berlin-Kreuzberg der heutigen Zeit. Als Hauptfiguren dienen der lebensfrohe Junge Rico Doretti, der sich selbst für tiefbegabt erklärt, und sein hochbegabter Freund Oskar, die sich gemeinsam in die Ermittlungen rund um einen mysteriösen Kindesentführer verstricken.

Die Ausgangslage

Rico Doretti ist ein nachdenklicher, freundlicher und sozial aufgeschlossener Junge. Er beschreibt seine Gedanken als tiefbegabt und vergleicht sie mit Bingo-Kugeln, die zwar viel, aber verhältnismäßig langsam denken könnten und oftmals durcheinanderkämen. Sein bester Freund Oskar ist hochbegabt und hat einen ausgeprägten Sinn für Vorsicht und Verstand. Er ist aufgeweckt und trägt in der Öffentlichkeit einen blauen Motorradhelm zum Schutz. Der Roman beginnt am ersten Samstag der Ferien in der Dieffenbachstraße in Berlin-Kreuzberg, kurz „Dieffe“ genannt. Dort steht das gelbe sechsstöckige Wohnhaus Nummer 93, in dem Rico mit seiner alleinerziehenden Mutter Tanja eine Wohnung besitzt.

Der Inhalt

Samstag

Auf dem Heimweg vom Förderzentrum findet Rico auf dem Gehsteig eine Nudel. Um deren Besitzer zu finden, durchquert er die Stockwerke seines Wohnhauses und beschreibt dessen Bewohner. Es kommen die ältere Frau Dahling, der mürrische Fitzke, Herr Marrak und der neu eingezogene Herr Westbühl vor. Beim Essen mit seiner Mutter wird über den Entführer Mister 2000 gesprochen. Dieser trägt auch den Namen ALDI-Kidnapper und hat bereits fünf Kinder aus Berlin gegen je 2000EUR entführt und freigelassen.

Nach seinem Einkauf geht Rico die Dieffenbachstraße entlang und trifft auf Oskar. Dieser ist kleiner und trägt einen blauen Sturzhelm sowie eine rote Flugzeugbrosche mit abgebrochener Flügelspitze. Rico erklärt seine Tiefbegabung, und Oskar seine Hochbegabung, woraufhin Rico ihm sein Wohnhaus 93 zeigt und über Oskars Witze aufbraust. Oskar entschuldigt sich für seine Arroganz. Den Abend verbringt Rico mit Krimischauen bei Frau Dahling. Nachts betrachtet er das leere Hinterhaus, in dem er menschliche Silhouetten, sogenannte Tieferschatten, zu sehen glaubt.

Sonntag

Rico tippt seine Erlebnisse ab, da sein Lehrer Wehmeyer ihm zur Schreibförderung den Auftrag erteilt hat, ein Ferientagebuch zu führen.

Montag

Der gutaussehende Simon Westbühl stellt sich als neuer Nachbar vor. Es entsteht Peinlichkeit, weil Rico als Türöffner überfordert ist, und seine Mutter noch nicht vollständig angezogen. Ricos Versuche, Herrn Westbühl mit seiner Mutter zu verkuppeln, enden ohne Erfolg. Im Treppenhaus begegnet Rico Oskar und bittet ihn herein. Oskar erklärt seinen Sturzhelm gegenüber Ricos Mutter mit Vorsicht im Straßenverkehr und stellt seinen Mut unter Beweis, als er mit ihr ein Duell des Starrens austrägt.

Weil Rico den Wohnungsschlüssel einer abwesenden Familie hat, um deren Pflanzen zu gießen, unternehmen Oskar und er einen Ausflug auf den Dachgarten. Hier lernt Oskar die Gegebenheiten auf dem Dach kennen. Sein extremes Gefahrenbewusstsein überwindet er beim Wippen am Geländer. Durch den Bambus-Paravent gucken die beiden zu Herrn Marraks Dachgarten hinüber, wo ein Häuschen mit Treppe ins Hinterhaus führt. Rico beschreibt Herrn Marrak als Schließdienst-Inhaber mit rotem Anzug. Auf die Frage, ob Oskar am nächsten Tag wiederkomme, zögert dieser zunächst, willigt dann aber ein.

Dienstag

Als Oskar am nächsten Morgen nicht wie versprochen erscheint, schlägt Ricos Vorfreude in Traurigkeit um. Seine Mutter eröffnet ihm, wegen ihres krebskranken Bruders in Süddeutschland für ein paar Tage verreisen zu müssen, und verabschiedet sich. Im Treppenhaus begegnet Rico Herrn Marrak, der seinen Wäschesack durchs Haus trägt. Als Rico später den Müll wegbringt, findet er Oskars Flugzeugbrosche im Container und vermutet, dass sich diese beim Wippen am Dachgeländer gelöst hat.

Von Herrn Westbühl wird Rico freundlich in dessen Wohnung gelassen und fasst großes Vertrauen. Abends bei Frau Dahling bringt die Abendschau eine sechste Entführung und zeigt das Bild Oskars, der zu einem Freund unterwegs gewesen sei. Sein Vater habe entgegen der Forderungen die Polizei vor der Zahlung verständigt, weil er nicht genug Geld habe. Im Weiteren wird ein neues Foto von Sophia aus Tempelhof, einem früheren Entführungsopfer, eingeblendet. Es zeigt sie vor einer Grundschule und mit Oskars rotem Ansteckflugzeug.

Mittwoch

Um Sophia Hinweise über Mister 2000 zu entlocken, bricht Rico mithilfe von Nachbar Kiesling nach Tempelhof auf, der ihn an der ersten Schule auf dem Weg absetzt. Dort befragt Rico zwei Jungen auf dem Schulhof, die Sophias Bruder Tobias kennen. Rico gibt sich als Tobias‘ Freund aus und betritt die von Depressionen überschatteten Wohnung. Er versucht, Sophia mithilfe des Fliegers Informationen über ihr Treffen mit Oskar zu entziehen. Sophia rutschen allein die Begriffe Klimpermann und grünes Zimmer heraus, woraufhin Rico enttäuscht im Taxi zurückfährt.

Mittwochmittag

In einem Traum vom Dachgartenausflug bemerkt Rico, dass das Flugzeug nach dem Dachgartenbesuch noch an Oskars T-Shirt steckte. Er müsse also nochmal da gewesen sein. Rico besucht Herrn Westbühl, um bei ihm Hilfe für seine Ermittlungen zu finden, doch während dieser ein Telefonat führt, entdeckt Rico unter den Zeitungen einen Stadtplan Berlins mit sechs markierten Entführungsorten. Da die Zeitung schon am vorherigen Nachmittag unverändert gelegen hatte, Oskars Entführung aber erst an jenem Abend bekannt geworden war, verdächtigt Rico Herrn Westbühl als Entführer. Unbemerkt flieht er in die Wohnung mit Dachgarten. Von dort aus erkennt er im dritten Stock des Hinterhauses eine klare Tieferschatten-Silhouette am Fenster. Rico kombiniert den Ort als das Entführungsversteck.
Über die offene Dachgarten-Tür gelangt Rico in Herrn Marraks Wohnung und entwendet ihm den Schlüsselbund, um das Dachhäuschen und die verschlossene Wohnung im dritten Stock aufzuschließen. Seine Vermutung besagt, dass Herrn Westbühls Route über die verbotenen Kellerräume führt. In einem grünen schallisolierten Raum findet er den angeketteten Oskar, der wohlauf in Fast Food-Verpackungen sitzt.

Mittwochabend

Als Oskar Rico am Hochlaufen der Treppe hindert und die Begriffe Westbühl und Keller nicht versteht, bemerkt Rico seinen Fehler. Oskar bestätigt ihm Herrn Marrak als Verbrecher und berichtet von seinen eigenen Ermittlungen. Er habe Sophia eine Beschreibung des Entführers entlocken können, die einen roten Anzug mit goldenem Tresor und einen klimpernden Schlüsselbund beinhaltete. Herrn Marrak habe er bei einem Schließdienst entdeckt und sei ihm in die Dieffenbachstraße gefolgt, wo er ihn an Haus Nummer 93 beobachtete. Als er Rico am nächsten Tag besuchen kommen wollte, habe er seine Gelegenheit genutzt, um sich Herrn Marrak als Entführungsopfer unterzujubeln und in seinem Wäschesack entführt zu werden. Das Flugzeug habe er über dem Dachgarten abgeworfen, um Rico einen Hinweis zu geben. Als Oskar endet, gibt sich Herr Marrak oberhalb von ihnen zu erkennen und verfolgt sie die Treppe hinunter. Während Rico ihn durch ein Gespräch ablenken kann, öffnet Oskar die Tür zum Hinterhof. Als alle drei im Hinterhof ankommen, richtet Herr Westbühl aus dem Fenster seine Pistole auf den Marrak. Ein Stein aus Fitzkes Wohnung trifft Herrn Marrak am Kopf, während dieser Rico mit der Faust an seiner Schläfe zu Boden streckt.

Donnerstag

Ricos kurzfristig heimgekehrte Mutter besucht ihn im Krankenhaus und das Erbe ihres Bruders verschafft ihnen beiden Aussicht auf Marraks Dachwohnung. Herr Westbühl stellt sich als der leitende Kriminalkommissar zu den Entführungsfällen heraus. Fitzke entpuppt sich als Sammler von Steinen, der angibt, den Wackerstein aus anderen Gründen aus dem Fenster geworfen zu haben. Das Buchende beschreibt Ricos Vorfreude auf sein nächstes Treffen mit Oskar.

Thema und Fazit

Besonderes Alleinstellungsmerkmal in „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ ist die Thematik von Inklusion und Anderssein, die in Motiven wie Ricos Tiefbegabung, Oskars Hochbegabung und der Gehörlosigkeit eines der Schulhofjungen sichtbar wird.

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