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Empfindsamkeit Epoche – Merkmale, Literatur, Zeitraum, Vertreter

  • by Anatoli Bauer
Empfindsamkeit Epoche - Merkmale, Literatur, Zeitraum, Vertreter

Es gibt eine Epoche, die als Empfindsamkeit bezeichnet wird. Im Rahmen der Aufklärung in Europa war die Empfindsamkeit Epoche eine Zeit, die man heute einordnet zwischen 1720 und 1789 bis 1799, also die Zeit der Revolution in Frankreich. Dabei trat die Tendenz, die schon als Empfindsamkeit Epoche bezeichnet werden kann in England und Frankreich schon ab ca. 1700 auf. Die Hochzeit dieser Epoche waren die Jahre zwischen 1740 und 1790. Ziel dieser Epoche war es das Bürgertum zu stärken und dem Absolutismus der Könige und Fürsten die Betonung des Privatlebens entgegenzusetzen. Diese Epoche leitete auch ein, das sinnliche Liebe nicht mehr als zerstörerische Leidenschaft betrachtet wurde, sondern als Grundlage einer sozialen Institution. In dieser Zeit hatten literarische Werke mit sozialkritischen Tendenzen sehr großen Einfluss auf die Gesellschaft. Die Empfindsamkeit Epoche war daher vor allem eine wichtige Literaturepoche.

Begriffserklärung

Der Begriff der Empfindsamkeit geht auf den deutschen Dichter Gotthold Ephraim Lessing zurück. Am Beispiel von einem Reisebericht kann man es am besten erklären, was Empfindsamkeit bedeutet. Ein Werk, das dieser Epoche bzw. dem Stil dieser Zeit zuzuordnen ist, ist, wenn in einem solchen Reisebericht nicht Land und Leute sowie Gebräuche und Sitten bzw. die Kultur im Vordergrund stehen, sondern die subjektiven Empfindungen des Reisenden. Früher wurde die Empfindsamkeit eher als eine Gegenbewegung zur Aufklärung gesehen. Heute weiß man allerdings durch die verschiedenen Werke der Autoren dieser Zeit, dass es sich bei der Empfindsamkeit Epoche um eine Ergänzung der Aufklärung handelt. Denn eindeutig wenden sich – sowohl Aufklärung wie auch Empfindsamkeit – gegen die Vorherrschaft des Adels und des Klerus. In den Mittelpunkt gestellt wird der selbstsichere und selbstbewusste Bürger, der zu dieser Zeit nach wie vor Untertan von einem Fürsten war. Dennoch begannen die Menschen zu dieser Zeit bereits sich eigene moralische und ethnische Grundsätze zu schaffen – auf Basis einer natürlichen Vernunft. Die Empfindsamkeit Epoche hatte natürlich Folgen – vor allem für den Adel. Denn schließlich mündete diese Epoche in die Französische Revolution. Und diese Revolution hatte die Leitlinien Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Zentrale Motive der Empfindsamkeit Epoche waren dabei das Entdecken und das Erleben der Natur, aber auch die Freundschaft und der Genuss des Lebens. Sehr wichtig ist dabei die Betonung des Privatlebens als Rückzugsort.

Zeitalter der Aufklärung

Die Empfindsamkeit Epoche kann auch als das Zeitalter der Aufklärung verstanden werden. Alles begann dabei mit dem Tod des französischen Königs Ludwig XIV. im Jahr 1715. Die Epoche fällt dabei mit dem Rokoko zusammen. Dabei ist der Ursprung der Empfindsamkeit Epoche in großen Teilen religiös geprägt. Es gibt eine Reihe von Dichter und Denker dieser Zeit, die die Aufklärung – jeder auf seine Weise – vorantrieben. Doch nicht nur in der Literatur war die Aufklärung in dieser Zeit ein sehr wichtiges Thema. Die Künstler erkannten für sich selbst auch, was es hieß Künstler zu sein: Künstler zu sein hieß nämlich

Schöpfer von etwas zu sein

und eine schöpferische Erfahrung zu durchleben und die Kunst mit der Öffentlichkeit zu teilen. Und dies war und ist bis heute ein Gefühl, das Künstler erst dazu bringt überhaupt etwas zu schaffen.

Bekannte Autoren der Epoche

Zu den wichtigsten Autoren und damit den Literaturvertretern der Empfindsamkeit Epoche gehören Gotthold Ephraim Lessing, Christoph Martin Wieland, Karl Phillip Moritz und Johann Christoph Gottsched sowie Georg Christoph Lichtenberg. In der Zeit der Aufklärung entstanden dabei Werke dieser Autoren wie Nathan der Weise und Die Betschwester sowie Die zärtlichen Schwestern. Darüber hinaus waren in der Zeit der Empfindsamkeit Epoche auch Immanuel Kant und der französische Philosoph Voltaire als Autoren tätig. Voltaire übte in seinen Werken nicht nur Kritik an der Gesellschaft des Adels allgemein, sondern auch der Kirche. Mit der russischen Zarin Katharina der Großen stand Voltaire für mehr als ein Jahrzehnt in Briefkontakt. Ebenfalls sein Leben und Schaffen widmete Charles-Louis de Secondat, Baron de La Brède et de Montesquieu in der Zeit der Aufklärung bzw. der Empfindsamkeit Epoche. Und auch Jean-Jacques Rousseau war wenn man so möchte ein „Aufklärer“.

Wichtrige Epoche

Ohne die Empfindsamkeit Epoche und ihre Vertreter im Bereich Literatur und Philosophie hätte es wohl keinen Umsturz in Frankreich – keine Revolution – gegeben. Das Bürgertum wäre zudem nicht dort wo und was es heute ist – die Mitte der Gesellschaft.

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