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Wehrpflicht – Pro & Contra Argumente für Erörterung

Wehrpflicht - Pro & Contra

Erörterungen sollen eine Frage oder eine These auswerten, das Für und Wider abwägen und dann meistens zu einem Fazit oder einem abschließenden und wertenden Urteil kommen. Aber dafür braucht es Argumente für die Pro-Seite und auch für die Contra-Seite. So ist es auch mit der Wehrpflicht und allem, was damit zusammenhängt. Was für Argumente der jeweiligen Seite könnte man denn da bringen?

Inhaltsverzeichnis (bitte aufklappen)

Pro

Junge Menschen können durch die Wehrpflicht dazu gebracht werden, nach der Schule etwas anders zu sehen und nicht nur auf der Couch zu sitzen (bei einigen, nicht bei allen) und somit einen Beitrag leisten.

Man eröffnet jungen Menschen vielleicht eine ganz neue Perspektive, wenn man ihnen etwas Neues zeigt, womit sie nicht gerechnet haben und sich selbst vermutlich niemals zugetraut hätten. So gibt man ihnen vielleicht eine Art von Zukunft.

Der Mensch sollte in jungen Jahren (und auch später) immer wieder was Neues lernen, einen Blick wenden und auch neue Erfahrungen machen. Eine Wehrpflicht kann dabei helfen, genau das zu tun und aus dem Kinderzimmer raus, direkt in die Kaserne, eine noch stärkere Erfahrung ist in den jungen Jahren kaum möglich.

Wenn man noch keine Disziplin hat, dann wird sie einem jungen Menschen dann bei der Grundausbildung eingeschärft und gezeigt, wie man sein Bett macht und warum es wichtig ist, Ordnung zu halten, denn im Notfall muss man wissen, wo was steht und es mit wenigen Handgriffen auch im Dunkeln finden können. Wenn man Glück hat, verlässt diese Disziplin einen nie wieder.

Vielleicht ist der Sport in der Schule etwas zu kurz gekommen und auch im Alltag hat man vielleicht mehr für die Konsole gemacht als für den eigenen Körper. Aber in der Grundausbildung wird man körperlich ertüchtigt und muss etwas leisten. Man muss an seine Grenzen gehen und einigen wird das wirklich guttun und sie werden sehen, dass sie etwas leisten können mit ihrem Körper und dass es einen Unterschied macht, ob man fit ist oder nicht.

Menschen können durch solch eine Ausbildung eine psychische Resilienz ausbilden und ertragen den Rest des Lebens vielleicht mit etwas mehr Ruhe, mit etwas mehr Leichtigkeit. Man weiß, was man alles erreichen und überwinden kann und dass man nicht immer ein Spielball des Schicksals ist, sondern auch ein Handelnder.

Contra

Die Wehrpflicht ist für die Landesverteidigung nur wenig sinnvoll, da man wirkliche Berufssoldaten mit einer längeren Ausbildung braucht, um die modernen Waffensysteme ausreichend beherrschen zu können, denn es geht lange nicht mehr nur darum, mit einem Gewehr zu schießen, sondern moderner Krieg ist mehr.

Einige junge Menschen könnten für den Dienst an der Waffe und für den Drill, der ja noch immer in den Kasernen herrschen kann, zu sensibel und sanft sein und dabei könnte vielleicht etwas in ihnen kaputt gehen. Das gilt es zu verhindern, denn sonst schleppen die das ein Leben lang mit sich herum.

Man nimmt den jungen Leuten viele Monate ihres noch jungen Lebens weg, nach der Schule oder der Ausbildung und zwingt sie, etwas zu machen, von dem ältere Menschen meinen, sie müssten es tun, um der Gesellschaft zu dienen. Vielleicht wollen die jungen Leute diese ihre Lebenszeit aber anders verwenden.

Es gibt mehr als einen Weg, um etwas für die Gesellschaft zu leisten und mehr als die Waffe, um das Land zu verteidigen, aber oft wird die Wehrpflicht als einziger passabler Weg gesehen, um genau das zu tun und vor allem, wer selbst Dienst leisten musste, findet es meistens gut, wenn die späteren Generationen es ebenso tun.

Es wird nie ein Dienst aus Leidenschaft oder Überzeugung sein, sondern für die meisten ist es eine lästige Pflicht, die man abzudienen hat und dann verschwindet man aus der Kaserne und kehrt der Armee auf ewig den Rücken. Nur wenige werden überzeugt sein und als Berufssoldaten oder Offiziere bleiben. Das macht es nicht wert, direkt alle auf Zwang zu verpflichten und ihnen einen Dienst abzunötigen, der den meisten keine Zukunftsperspektive bieten kann.

Was man beim Dienst lernt, ist eingeschränkt und folgt immer wieder denselben Abläufen. Aber das hat nichts mit Kreativität zu tun und fördert diese auch nicht besonders. Kreative Köpfe könnten die Kaserne aber viel zu eng finden und vielleicht stirbt sogar ein Teil ihrer Kreativität in den Monaten der Ausbildung.

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