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Französische Revolution – kurze Zusammenfassung

Französische Revolution - kurze Zusammenfassung

Die Französische Revolution war eines der wichtigsten und weitreichendsten Ereignisse in der Geschichte in der europäischen Neuzeit. Sie brachte wesentliche gesellschaftliche Veränderungen mit sich, die weit über die Grenzen Frankreichs hinausreichten. Der Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789 markierte den Beginn der Französischen Revolution, die noch bis in das Jahr 1799 andauern sollte und in drei Phasen unterteilt werden kann.

Was gab den Ausschlag zur Französischen Revolution?

Vor der Revolution hatte sich Frankreich als Ständegesellschaft etabliert, in der Adelige und Geistliche den ersten beiden Ständen angehörten, während das einfache Volk dem dritten Stand angehörten, der kaum Recht besaß und ein entbehrungsreiches Leben fristete. Die wirtschaftliche Situation hatte sich zunehmend verschlechtert und vom Volk wurden hohe Abgaben verlangt, die viele dem Hungertod nahe brachten. Der Generalkontrolleur der Finanzen Jacques Necker hatte einen Reformplan ausgearbeitet, um einen Wegs aus der Finanzkrise zu finden, die nicht zuletzt durch Frankreichs Teilnahme am amerikanischen Unabhängigkeitskrieg verschärft worden war.

Auch unter den Parlamentariern fand diese Idee Zustimmung, doch die Adligen lehnten die Reformen ab. Als letzter Auslöser der Krise kann die Missernte von 1788 betrachtet werden, die durch einen außergewöhnlichen Kälteeinbruch verursacht worden war und dem Volk einen harten Winter verursachte. Speicher und Kornkammern der Bauern waren leer, während die Vorratskammern der Adligen noch gut gefüllt waren. Im Sommer war die Stimmung in Paris unhaltbar und das Volk verlangte nach Gerechtigkeit. Als der König Ludwig XVI zu Beginn des Monats Juli 1789 schließlich Necker entließ, der beim Volk mit seinen Reformplänen als Hoffnungsträger galt, war das Maß voll. Am 14 Juli des gleichen Jahres stürmt eine bewaffnete Menge die Bastille und setzt damit den Beginn der Revolution.

Erste Phase der Revolution (1789-1791): Geburt der bürgerlichen Rechte

Die Protestbewegung des Volkes griff von Paris aus schnell auf das ganze Land über. Die Wochen nach dem Sturm der Bastille werden als Gran Peur (Große Angst) bezeichnet die Furcht, die besonders die Bauern vor dem „aristokratischen Komplott“ empfanden, der für alle Missstände verantwortlich gemacht wurden. In diesen ersten drei Wochen wurden viele Herrenhäuser und Güter gestürmt und häufig wurde auch Feuer gelegt, um die Besitzurkunden zu verbrennen. Obwohl es keine Leibeigenschaft mehr gab, hatte ein großer Prozentsatz der Bauern nämlich kein eigenes Land, sondern musste sich bei einem Lehnsherrn unter schlechtesten Bedingungen verdingen.

Durch das Verbrennen der Besitzurkunden sollte der Grundbesitz neu verteilt werden. Am 4. August 1789 wurde schließlich das Feudalsystem durch die Nationalversammlung abgebschafft. Drei Wochen später erfolget eine Erklärung von Menschen- und Bürgerrechten und das verhasste Ständesystem wurde endgültig abgeschafft. Die erste Phase der Französischen Revolution endet schließlich am 3. September 1791 mit der Verabschiedung der französischen Verfassung, durch die sich das Land in eine konstitutionelle Monarchie verwandelte. Dennoch war diese Phase hauptsächlich ein Gewinn für das Großbürgertum, besonders weil die Unterschichten vom Wahlsystem ausgeschlossen waren.

Zweite Phase der Revolution (1792-1794): Eine Zeit des Schreckens

Mit der Etablierung der konstitutionellen Monarchie war die Revolution noch lange nicht vorüber. Die Brotpreise waren weiterhin hoch und die Unterschichten mobilisierten sich, was am 10. August 1792 zum Sturm auf die Tuilerien führte, in dessen Folge König Ludwig XVI. in Gefangenschaft kann. Ohne König war Frankreich nun zur Republik geworden, in der besonders die Jakobiner mit ihren radikalen Ansichten den Ton angaben. Sie wurden zur stärksten politischen Partei und beendeten mit ihrem Verhalten die gemäßigte Phase der Revolution. Im September 1792 begann ein neues Element den Verlauf der Revolution zu beeinflussen Truppen aus Österreich und Preußen begannen auf Frankreich zu marschieren und die Revolutionäre befürchteten nun, dass die Revolution dadurch vorzeitig beendet werden könnte.

Vom 2. Bis zum 6. September begannen sie, die Gefängnisse zu stürmen, in denen die Revolutionsgegner gefangen waren und diese zu ermorden. Viele unschuldige Gefangene fielen dem Mordwahn zum Opfer. Der Sturm auf die Gefängnisse entfesselte die Gewalt. Auch eine Reihe von Priestern, die sich geweigert hatten, einen Eid auf die Verfassung zu leisten, fiel der Mordwelle zum Opfer.

Die Jakobiner und Sansculotten schlossen sich zusammen und übernahmen die Führerschaft der Revolution. Unter ihrem Anführer Robespierre tauchten sie Frankreich eine Herrschaft des Schreckens, in der Verfolgung und Mord an der Tagesordnung waren. Am 21. Januar 1793 wurde König Ludwig XVI zum Tode verurteilt und durch die Guillotine hingerichtet. Politische Gegner wurden systematisch verfolgt und hingerichtet. Während dieser dunkelsten Periode der Französischen Revolution wurden 50.000 Menschen hingerichtet und noch wesentlich mehr fielen den allgemeinen Wirren des Bürgerkriegs zu Opfer. Die Schreckensherrschaft nahm erst ein Ende, nachdem Gegner von Robespierre diesen am 28. Juli 1794 hinrichteten.

Dritte Phase der Revolution (1795-1799): Direktorium und Zensuswahl

Nach dem gewaltsamen Tod von Robespierre übernahmen die Girondisten die Führung über die Revolution und gründeten im Jahr 1795 ein Direktorium, in dem Vertreter der höheren Bürgerschaft vertreten waren. Noch im gleichen Jahr wurde auch das Zensuswahlrecht wieder eingeführt und die drakonischen Gesetze der Jakobiner wurden widerrufen.

Das Direktorium wurde von einer neuen Legislative kontrolliert, die sich in den „Rat der Altern“ und den „Rat der 500“ unterteilte. Der Fokus der Revolution begann sich zu verändern und richtete sich nunmehr auf die Kriegsführung gegen andere Länder. Die Französische Revolution hatte das Prinzip von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit (Liberté, Égalité, Fraternité) durchgesetzt und andere europäische Nationen fürchteten, dass sich der Revolutionsgedanke auch in ihren Reichen ausbreiteten können.

Daher schlossen sie sich zusammen, um gegen Frankreich vorzugehen. Daraus entwickelten sich die sogenannten Koalitionskriege, die über viele Jahre hinaus andauern sollten. Der Feldherr Napoleon de Bonaparte machte sich in diesen Kriegen besonders verdient und führte das französische Heer in viele erfolgreiche Schlachten. Entsprechend wächst seine Macht beständig. Durch einen Staatsstreich übernimmt der zu diesem Zeitpunkt 30 Jahre alte Napoleon am 9. November 1799 die Macht wodurch die Revolution beendet wird. Das Direktorium wird aufgelöst und an seine Stelle tritt das Konsulat, das aus drei Personen besteht und von Napoleon angeführt wird.

Nachwirkungen der Französischen Revolution

Die Französische Revolution war der Wegbereiter für eine bürgerliche Gesellschaft in Europa. Die mittelalterliche Unterteilung, die als von Gott gegeben angesehen wurde, war aufgehoben und der Stand in der Gesellschaft wurde durch persönliches Vorankommen und Wohlstand bestimmt. Vor der französischen Revolution hatte die Kirche einen großen politischen Einfluss auf eine Gesellschaft, die tief im Aberglauben versunken war.

Die Revolution machte jedoch einer Epoche der Aufklärung Platz und die Kirche wurde säkularisiert und verlor den Einfluss auf die Politik. Religion wurde mehr und mehr zu einer Angelegenheit, die jeder einzelne für sich selbst entscheiden konnte. In der politischen Philosophie war nun die Stellung eines Königs als alleinigem Herrscher in Frage gestellt, da seine Herrschaft nicht mehr als von Gott gegeben angesehen wurden. Die Theorien von Montesquieu, Locke und Rousseau wurden in der Gestaltung des Staates langsam in die Praxis umgesetzt und es war zu der Zeit, dass die Grundlagen für unsere modernen Staatssysteme gelegt wurden. Auch wurden während der Französischen Revolution zum ersten Mal Grundrechte für Menschen eingeführt und auch eine gewisse Mitbestimmung in der Politik wurde durch die Zensuswahl ermöglicht.

Darüber hinaus wurde das Feudalsystem abgeschafft, so dass auch die Bauern eine gewisse Freiheit genießen konnten und es wurde die Gewerbefreiheit eingeführt, nach der jeder seinen Beruf selbst wählen konnte. Während der Koalitionskriege wurde dank der militärischen Erfolge Napoleons die Idee der Französischen Republik auch in andere Gebiete Europas übertragen und war nicht zuletzt auch Grundstein für einen deutschen Nationalismus, der sich nach dem Ende der Kriege in 1815 entwickelte.

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