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Dialog schreiben – Aufbau, Anleitung & Tipps

  • by Anatoli Bauer
Dialog schreiben - Aufbau, Anleitung & Tipps

Unter einem Dialog versteht man in erster Linie ein kommunikatives Gespräch zwischen mindestens zwei oder mehreren Personen, ggf. auch Gruppen.
Dieser Austausch kann sowohl angeregt, als auch entspannt erfolgen und ist je nach Beziehungsebene, die sowohl privat, als auch geschäftlich oder formell ausfallen kann, als konstruktiv oder destruktiv einzuordnen.

Im Zuge eines Dialoges wird das Wort abwechselnd weitergereicht, ein rein einseitiges Gespräch wird stattdessen als Monolog bezeichnet.
Das dialogische Prinzip dient dem Austausch von Meinungen und Teilen von Ansichten, einem ersten Kennenlernen oder dem Vertiefen oder Festigen einer bereits bestehenden zwischenmenschlichen Beziehung.

Was ist beim Schreiben eines Dialoges zu beachten?

Einen Dialog zu verfassen, gestaltet sich als relativ simpel, da es hierfür keinerlei vorgefertigte Regeln zu beachten gibt. Kreatives Schreiben eröffnet hierbei ein breites Spektrum an Möglichkeiten. Hilfreich ist lediglich der Einsatz ein paar gezielter Redewendungen, auf die wir etwas später noch eingehen werden. Generell ist jedoch weder eine Person erforderlich, die die Rolle des Erzählers einnimmt, noch die Einbindung einer Moderatorin bzw. eines Moderatoren, die oder der das Gespräch lenkt. Je nachdem welche und wie viele Gesprächsteilnehmer:innen an einem Dialog beteiligt sind, eröffnet sich dem bzw. der Verfasser(in) eines Dialogs eine schier unendliche Bandbreite an Möglichkeiten hinsichtlich Gestaltung und Aufbau des Gesprächs.

An der Art wer wie oft und insbesondere wieviel und was im Speziellen sagt, lässt sich binnen kurzer Zeit einiges über die Charaktere und Persönlichkeiten der jeweiligen zu Wort kommenden Figur erkennen. Auch Stimmungen und Verhaltensweisen kommen auf diese Art und Weise gezielt zur Geltung. Je nachdem welchem gesellschaftlichen Rahmen der Dialog stattfindet, lassen sich viele wertvolle Zusatzinformationen in den Text einfließen – beispielsweise Gefühle und Situationen, sowie bereits eine leise Vorahnung für den Leser davon, wohin die sprachliche und stilistische Reise letztendlich führen soll.

Wie gestaltet sich der Aufbau eines Dialoges?

Ein Dialog kann als klassisches Kommunikationsmittel sowohl langweilige, als auch spannende Eindrücke erwecken – entscheidend ist dafür stets eine harmonische Abstimmung von Action, Inhalt und dem sogenannten roten Faden, der sich dem Leser beim Eintauchen im Idealfall eröffnet. Zu Beginn sollte der bzw. die Verfasser(in) sich bereits im Klaren darüber sein, in welche Richtung das Gespräch verlaufen und welche Botschaften transportiert werden sollen. Dazu empfiehlt es sich vorab, ein paar Notizen und Stichworte auf einem Schmierpapier festzuhalten, um sich einen groben Überblick zu verschaffen. Welche Person soll im Zuge des Dialoges in welche Rolle schlüpfen? Mit welcher Intention und Aussagekraft sollen die Gesprächspartner:innen in Interaktion treten? Welches Thema soll im Detail behandelt werden? Welches Gefühl soll beim Leser im Anschluss an den Dialog erzeugt werden? All das und mehr bereits schriftlich festzuhalten, erleichtert den Schreibprozess letztendlich ungemein.

In weiterer Folge gilt es sowohl klare, als auch aussagekräftige und zusammenhängende Informationen zwischen den Sendern und Empfängern , die sich aktiv am Gespräch beteiligen. Während gelegentliches Ausschweifen und Füllfloskeln im täglichen Leben und mündlichen Austausch keineswegs verkehrt sind, darf im Schreibprozess gut und gerne darauf verzichtet werden. Dadurch gewinnt der Dialog zwar an Länge, jedoch keineswegs an wertvollem Inhalt. Wortwahl, Motivation und der Informationsaustausch zwischen den jeweiligen Personen sind entscheidend für einen fließenden und mitreißenden Gesprächsverlauf.
Rhetorische Stilmittel in den Dialog einfließen lassen

Die am Dialog beteiligten Personen und Charaktere dürfen – wie im echten Leben – durchaus einmal Stottern, umgangssprachlich, mit einem starken Akzent, im Dialekt oder allgemein einfach undeutlich sprechen. Der Fantasie sind demnach keine Grenzen gesetzt, was den möglichen Spannungsaufbau folglich begünstigt. Ironische und sarkastische Aussagen schenken den Gesprächsteilnehmer:innen zudem einen unverwechselbaren Charme und/ oder ein gewisses Maß an Persönlichkeit. Um fließende Gesprächsübergänge zu erzeugen empfehlen sich außerdem gezielte Fragestellungen, sowie gelegentlich auch einmal rhetorische Frage in die Runde, die offensichtlich keine Antwort erfordern und auch einmal Stille erzeugen dürfen. Last but not least ist auch eine abwechslungsreiche Bildsprache, beispielsweise in Form von Metaphern, von hoher Bedeutung, denn sie macht einen Dialog erst richtig lebendig. Die Personen dürfen sich folglich auch im rein übertragenen Sinne miteinander austauschen. Zu guter Letzt bekommt der fertig gestellte Dialog noch durch ein paar optische Anpassungen in Form von korrekten Anordnungen und Nennungen der jeweils zur Sprache kommenden Personen, den damit verbundenen Anführungszeichen und gelegentlichen Absätzen zum leichteren Verständnis etc. den letzten Schliff verliehen.

Viel Erfolg bei der Gestaltung des Dialoges!

Einen Beispiel-Dialog haben wir hier in einem anderen Artikel veröffentlicht.

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