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Der Zauberlehrling – kurze Inhaltsangabe / Zusammenfassung

Der Zauberlehrling ist eine der bekanntesten – vielleicht auch die bekannteste – Balladen von Friedrich Schiller, die er 1797 verfasste. Was ist genau der Inhalt der Ballade? Hier eine Zusammenfassung.

Inhaltsangabe

In der ersten Strophe erfreut sich der Zauberlehrling, dass der meister noch einmal weggegangen ist. Und er hat viel von diesem gelernt und meint, sein ganzes Werk und jeden Brauch zu beherrschen und sich gemerkt zu haben. Alles, was dem Meister gehorcht, solle nun dem Lehrling beherrschen. Er fühlt sich bereit, er denkt, er habe genug gelernt und ist bereit, jetzt zur Tat zu schreiten und diese Wunder zu vollbringen, zu denen sein Meister in der Lage ist.

Im Refrain wird beschrieben, wie Wasser gebracht werden solle, um ein Bade einzulassen.

In der zweiten Strophe erlangt der Lehrling mehr und mehr Gewalt über seine Zauberkräfte und schreitet zur Tat. Er will Gegenstände Arbeit verrichten lassen, wie er es beim Meister gesehen und gelernt hatte. Und er betont auch, dass der Besten sowieso schon dem Meister als Sklave gedient habe und jetzt auch ihm dienen könne, als wäre kein großer Unterschied da. Und er befielt diesem Besen, dreckige Klamotten zu sammeln und mit einem Wassertopf sich auf den Weg zu machen. Die Besen sollen sozusagen sauber machen und die liegengebliebenen Aufgaben erledigen, die sonst wohl am Lehrling hängengeblieben wären.

Der zweite Refrain ist identisch mit dem ersten und wieder geht es um Wasser und um einen reinigenden Anspruch der Tätigkeit.

Der Lehrling ist in der dritten Strophe fast schon von seiner Macht besessen und bestaunt sein Werk und ist im vollen Glauben, es genau so hinbekommen zu haben, wie es sein soll und wie es sein Meister auch machen könnte und würde. Der Besen geht zum Fluss und holt das Wasser und das immer und immer wieder und mehr und mehr Behälter füllen sich mit Wasser, mit dem die Lumpen gereinigt werden sollen. Man merkt die Freude und regelrecht eine Euphorie bei dem Zauberlehrling und er ist guter Dinge.

Im nächsten Refrain ist etwas anders. Hier will der Lehrling intervenieren, weil es ihm an Wasser wohl genug geworden ist, doch hat er das nötige Wort vergessen, um einen entsprechenden Befehl zu geben.

In der nächsten Strophe folgt auf den Hochmut des Lehrlings der tiefe Fall. Der Lehrling bekommt nicht das Wort ins Gedächtnis gerufen, mit dem er dem Besen befehlen kann, wieder stillzustehen und was er vorher gewesen ist. Und so macht der Besen eifrig weiter mit seinem Handwerk und bringt immer mehr und mehr Wasser und inzwischen ist es so viel, dass es dem Lehrling fast schon buchstäblich bis zum Hals steht. Aus dem Selbstbewusstsein ist fast schon Panik geworden. Er ist der Situation nicht gewachsen, weil ihm das magische Wort nicht einfallen will. Und so ist der Besen nicht mehr zu stoppen und befolgt weiter und weiter seine Befehle.

Im Refrain danach will der Lehrling verzweifelt versuchen, den Besen zu ergreifen und mit physischer Gewalt zum Stoppen bewegen. Doch das gelingt nicht.

Jetzt gerät der Lehrling in ein Schimpfen hinein, weil er der Lage nicht mehr Herr werden kann und schiebt die Schuld und die Wut auf den Besen, ohne seine eigene Rolle dabei zu reflektieren. Die Dinge sind nicht so, wie sie sein sollten und so ist der Gegenstand schuld, weil er nicht so funktioniert, wie er soll. Dass der Lehrling diesen Gegenstand nicht richtig bedienen kann, spielt für ihn keine Rolle. Er stellt dem Besen sogar Fragen, die dieser selbstverständlich weder verstehen noch beantworten kann. In dieser Strophe ist die Verzweiflung zur Wut verkommen.

Im nächsten Refrain greift der Lehrling noch stärker zur Gewalt und weiß sich nicht anders zu helfen, als mit einem Beil dem Besen zu Leibe zu rücken und tut das dann auch. Er will den Besen mit allen Mitteln stoppen.

In der nächsten Strophe schreitet er zur Tat und will den Besen zu Boden ringen und dann mit dem Beil spalten. Der Lehrling trifft auch und spaltet damit den Besen. Der Lehrling gibt sich der Erleichterung hin und freut sich, scheinbar den Triumph über sich selbst und seine Unfähigkeit errungen zu haben. Das Beil hat geholfen und der „Kobold“, wie der Lehrling den Besen nennt, hatte scheinbar keine Chance.

Der nächste Refrain zeigt aber, dass er sich geirrt hat, denn jetzt hat er aus einem Störenfried zwei gemacht und so wollen nun beide Hälften zur Tat schreiten und ihr Werk fortsetzen und dem verzweifelten Lehrling bleibt nichts mehr übrig, als die hohen Mächte anzurufen und um Hilfe zu bitten.

In der nun letzten Strophe wächst das Wasser mehr und mehr und der Lehrling ist immer mehr in seiner Verzweiflung gefangen. Er weiß nicht mehr, was er tun soll und ruft nach seinem Meister, der dann auch endlich erscheint und der Lehrling gibt sofort seine Fehler zu und dass er die Geister nun nicht mehr loswerde, die er gerufen hatte.

Und nun spricht der Lehrmeister ein Machtwort und macht alles so, wie es gewesen ist. Der Meister in letzter Sekunde rettet den Tag und den Lehrling aus seiner misslichen Lage und erteilt ihm damit vielleicht die mit wichtigste Lektion.

Betrachtung

Der Zauberlehrling ist nach wie vor ein zeitloses Gedicht, was viel anspricht, was vielen Lernenden und Lehrenden wohl bekannt vorkommen sollte, so auch Kindern und Eltern. Das Gedicht offenbart, wie sehr man sich überschätzen kann und dass man als jüngerer und weniger weiser Part in der Gesellschaft ruhig auch mal auf die älteren hören kann und noch gar nicht oder nie alles wissen kann.

Wie viel kann man wissen? Was kann man sich zutrauen? Was muss man einstecken, um erwachsen zu werden? Welche Fehlerkultur will man etablieren? Und was braucht es, um Selbstreflexion zu üben? Wer ist wirklich Schuld, wenn etwas schiefgeht. Auch in der modernen Gesellschaft, mehr als 200 Jahre nach Schiller, sind solche Fragen auf der Tagesordnung und werden doch viel zu wenig besprochen. Doch Schiller stellt diese Fragen und jeder kennt wohl eine solche Situation von der Seite des Lehrlings oder des Lehrmeisters oder beider Seiten geht. Es ist ein zutiefst menschliches Gedicht über menschliche Fehler. Über Eitelkeit, Überschätzung, Arroganz, Demut, Fehler, Wut, Zorn und Verzweiflung. Dinge, die jeder Mensch irgendwie, irgendwo und irgendwann kennenlernt. Damit ist es kein Wunder, dass dieses Gedicht noch immer in den Schulkanon gehört und immer wieder von Kindern in der Schule besprochen wird. Doch auch als Erwachsener kann man hier einiges mitnehmen und lernen und vielleicht mal die Perspektive wechseln und unter Umständen nicht immer sauer sein, wenn jemand Dinge nicht so macht, wie er es sollte oder sich selbst überschätzt. Das gehört zum Lernen dazu und das zeigt Schiller hier. Und der Meister meckert auch nicht mit seinem Schützling, sondern bereinigt einfach die Untaten der Besen und der Zauber.

Kurzzusammenfassung

Ein Lehrling fühlt sich bereit, die Zauber seines Meisters anzuwenden, um unliebsame und nervige Aufgaben vollenden zu können. Doch natürlich war er nicht gut genug ausgebildet und so wächst es ihm über den Kopf und kann nicht mehr weiter wissen, doch in letzter und der rettenden Sekunde kommt sein Meister und löst das Problem und somit hat der Lehrling wohl eine wichtige Lektion in seiner Lehre gezogen. Sich nicht überschätzen und Demut vor den Künsten des Meisters zu üben.

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